Konstruktionsbionik

Als Schwimmstar Ian Thorpe beim Weltcup in Berlin seinen Weltrekord über 200 Meter Freistil schwamm, führte das so mancher auf seinen "Full-Body-Suit" zurück. Das Material dieses Schwimmanzugs war der Haut eines Hais nachempfunden, die dank ihrer Oberflächenstruktur aus scharfen Zähnchen den Reibungswiderstand im Wasser verringert. Eventuell war dieses Beispiel für Bionik also tatsächlich der entscheidende Faktor im Rennen um Hundertstel Sekunden, von dem Ian Thorpe profitierte. 

Oder  der Klettverschluss, den der Bioniker George de Mestral erfand. Nach einem Waldspaziergang mit seinem Hund wollte unbedingt wissen, wie sich all die Kletten im Hundefell so fest verhaken können, erkannte das Prinzip der mikroskopisch kleinen Widerhaken und übersetzte es in ein Konzept, das heute Taschen, Jacken, Schuhe und vieles mehr verschließt. 

Die Bionik möchte von solch gelungenen Lösungen der Natur lernen und sie in Produkte und Lösungen übersetzen. Denn unsere Natur hat in ihrer 4 Milliarden Jahre langen Entwicklung ganz selbstverständlich eine Auslese getroffen, welche Prinzipien im Wettbewerb des Überlebens funktionieren. Von diesem fantastischen Einfallsreichtum der „Ingenieurin Natur“ können wir Menschen noch viel lernen - von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis zur Textilbranche.

Studiengang Konstruktionsbionik: So lernt die Industrie von der Natur

 Der berufsbegleitende Studiengang M.Eng. Konstruktionsbionik an der htw saar konzentriert sich im Bereich Bionik auf die Schnittstelle zwischen Biologie und Technik. Hier lernen Studierende, wie man Mechanismen und Konstruktionen der Natur analysiert und sie in ingenieurstechnische Lösungen übersetzt. In dem Aufbaustudium vermitteln wir Berufserfahrenen aus Bereichen wie Maschinenbau oder Mechatronik biologische Grundkenntnisse sowie passende Methoden, wie sie Phänomene in der Natur suchen, erkennen und in ein technisches Prinzip übersetzen können. Experten aus der Biologie wiederum erhalten wichtige Grundkenntnisse rund um Mechanik, Statik, Festigkeitslehre oder Werkstoffkunde. Auch Berufserfahrene aus anderen Bereichen wie Architektur, Biomedizintechnik, Fahrzeugtechnik oder Werkstoffwissenschaften können in dem Studiengang ihren Horizont erweitern, um ihr neues Fachwissen in konkreten Projekten ihres Berufs einzusetzen.   

In dem Fernstudiengang bringen wir dabei Inhalte und Spezialisten fachübergreifend aus mehreren Disziplinen zusammen und vermitteln wichtige Grundkenntnisse, bevor die konkrete Projektarbeit beginnt sowie die Abschlussarbeit verfasst wird.  

Studierende lernen somit den Weg und die Werkzeuge kennen, mit deren Hilfe sie innovative technische Produkte und Prozesse entwickeln und deren Ergebnisse auf dem Markt anbieten können.

Kernfragen des Studiengangs

Der Studiengang Konstruktionsbionik beschäftigt sich mit folgenden Fragen:  

  • Wie können wir funktionierende Prinzipien aus der Natur in technische Produkte oder Mechanismen übersetzen?
  • Welche Herausforderungen gibt es in Wirtschaft und Gesellschaft – und wie können Studierende dafür einen konkreten, bionischen Lösungsweg finden?
  • Wie funktioniert der Workflow von der Analyse eines biologischen Mechanismus bis zum fertigen technischen Produkt?
Einstellungen
vorstellung-des-studiengangs

Hochschule für
Technik und Wirtschaft
des Saarlandes

University of
Applied Sciences

Kontakt

Hochschule für Technik und Wirtschaft
des Saarlandes
Goebenstraße 40
66117 Saarbrücken

Telefon: (0681) 58 67 - 0
Telefax: (0681) 58 67 - 122
E-Mail: info@htwsaar.de

Aufsichtsbehörde:
Staatskanzlei des Saarlandes

Folge uns