Studiengang im Überblick

Abschluss Master of Engineering
Regelstudienzeit 4-6 Semester
Studienbeginn Sommer und Wintersemester
Bewerbungsfrist 15. Januar oder 15. Juli
Online-Bewerbung https://cec-bewerber.htwsaar.de/

Konstruktionsbionik

Als Schwimmstar Ian Thorpe beim Weltcup in Berlin seinen Weltrekord über 200 Meter Freistil schwamm, führte das so mancher auf seinen "Full-Body-Suit" zurück. Das Material dieses Schwimmanzugs war der Haut eines Hais nachempfunden, die dank ihrer Oberflächenstruktur aus scharfen Zähnchen den Reibungswiderstand im Wasser verringert. Eventuell war dieses Beispiel für Bionik also tatsächlich der entscheidende Faktor im Rennen um Hundertstel Sekunden, von dem Ian Thorpe profitierte. 

Oder  der Klettverschluss, den der Bioniker George de Mestral erfand. Nach einem Waldspaziergang mit seinem Hund wollte unbedingt wissen, wie sich all die Kletten im Hundefell so fest verhaken können, erkannte das Prinzip der mikroskopisch kleinen Widerhaken und übersetzte es in ein Konzept, das heute Taschen, Jacken, Schuhe und vieles mehr verschließt. 

Die Bionik möchte von solch gelungenen Lösungen der Natur lernen und sie in Produkte und Lösungen übersetzen. Denn unsere Natur hat in ihrer 4 Milliarden Jahre langen Entwicklung ganz selbstverständlich eine Auslese getroffen, welche Prinzipien im Wettbewerb des Überlebens funktionieren. Von diesem fantastischen Einfallsreichtum der „Ingenieurin Natur“ können wir Menschen noch viel lernen - von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis zur Textilbranche.

Studiengang Konstruktionsbionik: So lernt die Industrie von der Natur

 Der berufsbegleitende Studiengang M.Eng. Konstruktionsbionik an der htw saar konzentriert sich im Bereich Bionik auf die Schnittstelle zwischen Biologie und Technik. Hier lernen Studierende, wie man Mechanismen und Konstruktionen der Natur analysiert und sie in ingenieurstechnische Lösungen übersetzt. In dem Aufbaustudium vermitteln wir Berufserfahrenen aus Bereichen wie Maschinenbau oder Mechatronik biologische Grundkenntnisse sowie passende Methoden, wie sie Phänomene in der Natur suchen, erkennen und in ein technisches Prinzip übersetzen können. Experten aus der Biologie wiederum erhalten wichtige Grundkenntnisse rund um Mechanik, Statik, Festigkeitslehre oder Werkstoffkunde. Auch Berufserfahrene aus anderen Bereichen wie Architektur, Biomedizintechnik, Fahrzeugtechnik oder Werkstoffwissenschaften können in dem Studiengang ihren Horizont erweitern, um ihr neues Fachwissen in konkreten Projekten ihres Berufs einzusetzen.   

In dem Fernstudiengang bringen wir dabei Inhalte und Spezialisten fachübergreifend aus mehreren Disziplinen zusammen und vermitteln wichtige Grundkenntnisse, bevor die konkrete Projektarbeit beginnt sowie die Abschlussarbeit verfasst wird.  

Studierende lernen somit den Weg und die Werkzeuge kennen, mit deren Hilfe sie innovative technische Produkte und Prozesse entwickeln und deren Ergebnisse auf dem Markt anbieten können.

Kernfragen des Studiengangs

Der Studiengang Konstruktionsbionik beschäftigt sich mit folgenden Fragen:  

  • Wie können wir funktionierende Prinzipien aus der Natur in technische Produkte oder Mechanismen übersetzen?
  • Welche Herausforderungen gibt es in Wirtschaft und Gesellschaft – und wie können Studierende dafür einen konkreten, bionischen Lösungsweg finden?
  • Wie funktioniert der Workflow von der Analyse eines biologischen Mechanismus bis zum fertigen technischen Produkt?

Berufsperspektiven und Karriere

Die Studiengang der Konstruktionsbionik bedeutet eine Horizonterweiterung, welche die Studierenden sehr schnell in ihrer Praxis anwenden können. Nach erfolgreichem Abschluss sind sie in der Lage, für eigene Herausforderungen passende Mechanismen in der Biologie zu finden, sie in technische Prinzipien zu übersetzen und auf den Markt zu bringen. Maschinenbauer und Mechatroniker berücksichtigen bei ihrer Entwicklung neuer Maschinen oder Mechaniken die vorbildlichen Inspirationen aus der Natur und setzen sie in technische Produkte um. Biologen können in ihrem Unternehmen mit Technikern eigene Bionik-Projektteams bilden, um Vorhaben ganz neu anzugehen. Architekten können das Schalenskelett eines Seeigels auf die runde Bauweise ihrer nächsten Entwürfe übertragen. Logistiker nutzen für ihre Geschäftsprozesse neue Erkenntnisse über die effizientesten Wege in einem Ameisenbau. Und so könnte die Liste der Einsatzmöglichkeiten noch lange fortgeführt werden, denn die Inspirationen und Ideen sind nahezu unendlich und warten auf die Neugier der frischgebackenen Konstruktionsbioniker der htw saar.

Studienverlauf

Aufbau des Studiums

Den berufsbegleitenden Aufbaustudiengang M.Eng. Konstruktionsbionik bieten wir als Masterstudiengang oder Zertifikatsstudiengang an. Er umfasst sechs Semester zu je 15 ETCS und beinhaltet 11 Vorlesungsmodule sowie die Masterarbeit. Der Studiengang ist für Ingenieur*innen und Biolog*innen geeignet, die Problemlösungen in der Natur finden und sie in fachübergreifender Teamarbeit in technische Lösungen umsetzen möchten.

Grundstudium

In den ersten vier Semestern erhalten Studierende fundierte Grundlagenkenntnisse in folgenden Bereichen:

• Allgemeine Biologie und Bionik

• Physiologie für Ingenieure

• Einführung in die Bionik

• Grundlagen der bionischen Produktentwicklung

• Gestaltoptimierung und Design

• Evolutionsstrategie und bionische Konstruktionswerkstoffe

• Lokomotion

• Systemische Bionik

• Bionische Lösungssuche

• Projekt Konstruktionsbionik

Informationen zum Fernstudium

Den Studiengang haben wir als Fernstudium angelegt. Damit eignet er sich für Menschen, die neben der Weiterbildung ihrer Berufstätigkeit nachgehen werden. Nach dem Konzept des Blended Learning besteht er aus Phasen des Selbststudiums, der Präsenz vor Ort sowie E-Learning-Einheiten mit zahlreichen, strukturierten Online-Lerninhalten und Übungen. Pro Semester können Studierende 6 Onlinesprechstunden wahrnehmen, um ihr Wissen zu vertiefen oder Fragen zu beantworten. Drei Samstage pro Semester sind sogenannte Präsenztage, an denen an der htw saar der Lehrstoff besprochen und reflektiert wird sowie Klausuren durchgeführt werden.

Abschluss

Master Das Masterstudium umfasst 90 ECTS-Punkte. Es gliedert sich in vier Theoriesemester und zwei Semester für die Erstellung der Masterarbeit. Für Bewerber mit einem Erststudium von weniger als 210 ECTS Studienumfang fallen noch zwei Harmonisierungssemester an. Nach erfolgreichem Abschluss der Master-Prüfung erhalten die Studierenden den akademischen Grad „Master of Engineering“ (M. Eng.). Zertifikat Das Zertifikatsstudium umfasst 60 ECTS-Punkte. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Studierenden ein anerkanntes Hochschulzertifikat der htw saar.

Zulassungsvoraussetzung

Um zum Masterstudium zugelassen zu werden, ist ein einschlägiger Bachelor- oder Diplomabschluss an einer Fachhochschule oder Universität, mit 210 ECTS-Punkten, Voraussetzung. Als einschlägig werden Abschlüsse in Maschinenbau, Mechatronik, Werkstoffwissenschaften oder vergleichbarer Studienrichtungen betrachtet. 

Absolvent/innen mit einem Studienumfang von weniger als 210 ECTS-Punkten und Biologen können die fehlenden Credits in zwei Harmonisierungssemestern, die parallel zu den ersten beiden Studiensemestern angeboten werden, an der htw saar nachholen.

Um zum Zertifikatsstudium zugelassen zu werden, ist eine Fachhochschulreife und /oder eine Berufsausbildung Voraussetzung.

Kontakt

CEC Saar

Haus des Wissens
Malstatter Str. 17
66117 Saarbrücken
Raum: 11.06.06
t +49 (0)681 5867 - 137 / - 166

cecsaar@htwsaar.de

Hochschule für
Technik und Wirtschaft
des Saarlandes

University of
Applied Science

Kontakt

Hochschule für Technik und Wirtschaft
des Saarlandes
Goebenstraße 40
66117 Saarbrücken

Telefon: (0681) 58 67 - 0
Telefax: (0681) 58 67 - 122
E-Mail: info@htwsaar.de

Aufsichtsbehörde:
Staatskanzlei des Saarlandes

Folge uns