Wissenschaftliche Basis für den Studiengang "Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit"

HTW beruft Förster und Kraimer

Unerwartet, aber keineswegs unerwünscht war die HTW 2006 zum Studiengang Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit gekommen. Der Beschluss des Trierer Bistums, die Katholische Hochschule für Soziale Arbeit zu schließen, bedeutete das Aus für das einzige Studienangebot im Bereich der sozialen Arbeit im Saarland. Das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft wollte das nicht geschehen lassen und fand in der HTW einen Partner, mit dem sich das Studienangebot auf einer modifizierten Basis halten ließ. Das bisherige Erfolgskonzept Soziale Arbeit wurde um die hochaktuelle Facette der Pädagogik der Kindheit ergänzt, um ein noch zukunftsfähigeres Studienangebot zu schaffen, das auf aktuelle gesellschaftliche Prozesse reagiert.

Zum Wintersemester 2006/2007 konnte der Studiengang an der HTW zum ersten Mal Studierende aufnehmen. Um mit dem Lehrbetrieb überhaupt starten zu können, haben Land, HTW und Bistum sich darauf verständigt, das Lehrpersonal der KHSA als Gastprofessor(inn)en an der HTW einzusetzen. Bis Ende 2008 kann die HTW mit der Lehrleistung der Professorinnen und Professoren der KHSA rechnen. Parallel dazu werden an der HTW Professuren eingerichtet, die die Nachhaltigkeit garantieren.

Die Berufungskommission, unter Leitung vom Rektor der HTW, Prof. Dr. Wolfgang Cornetz, hat für die zwei Vertiefungsrichtungen "Soziale Arbeit" und "Pädagogik der Kindheit" in diesen Tagen jeweils eine Professur besetzt.

Dr. Charis Förster erhielt ihre Ernennungsurkunde für die Professur mit dem Lehrgebiet „Theorie, Praxis und Empirie der Pädagogik der Kindheit“ vor einigen Tagen und ist seit dem 1. Juli 2007 an der HTW tätig. Sie will sich insbesondere bei der Profilbildung und Etablierung des Studienganges „Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit“ engagieren. Um Studium und Praxis besser miteinander zu verzahnen, strebt sie eine enge Zusammenarbeit mit den Kitas und den Trägerverbänden in der Region an – auch im Hinblick auf mögliche Zusatzqualifizierungen für Erzieherinnen an der HTW. Zu ihren weiteren Forschungsschwerpunkten zählen die pädagogische Qualität in der institutionellen Betreuung sowie die Erziehung und Bildung der Kinder unter 3 Jahren.

Dr. Klaus Kraimer hat den Ruf auf die Professur " Theorie, Praxis und Empirie der Sozialen Arbeit" angenommen. Mit Kraimer ist ein Professor der KHSA an die HTW berufen worden. "Die Kompetenzen der KHSA-Professorinnen und -Professoren wurden nie in Frage gestellt", so Cornetz. "Wir haben uns über die Bewerbung Kraimers gefreut. Er hat mit seiner aussagekräftigen Bewerbung und seinem überragenden Probevortrag seine Klasse bewiesen und sich gegen die qualitativ hochwertigen Mitbewerber durchsetzen können." Aber, und das stellt Cornetz klar heraus, eine automatische Übernahme aller Professorinnen und Professoren wird es an der HTW nicht geben. Alle neu berufenen Professorinnen und Professoren der HTW müssen sich dem Wettbewerb stellen, nur so kann der Qualitätsanspruch der Hochschule gewährleistet werden.

Soziale Verantwortung und Persönlichkeitsbildung bilden für Kraimer die Naht zwischen Theorie und Praxis einer auf den Menschen und auf das Soziale bezogenen Profession. Förderung von ästhetischer Bildung, Gemeinwohlorientierung und soziales Engagement sind seine Ziele für die Qualifizierung der Studierenden. Angestrebt ist die Verbindung des Lehr- und Forschungsgebietes mit der professionellen Praxis und den Trägern der Sozialen Arbeit im Saarland sowie mit hochschulübergreifenden Institutionen und Modellprojekten auf nationaler und internationaler Ebene.

Hintergrund zu den neu Berufenen:

Dr. Charis Förster, 1970 geboren, studierte Theologie und Psychologie an der Kirchlichen Hochschule in Leipzig, der Humboldt-Universität sowie der Freien Universität Berlin. Zu ihren Schwerpunkten zählten die pädagogische und die Gesundheits-Psychologie. Ab 1999 war sie an der Freien Universität Wissenschaftliche Mitarbeiterin – zunächst im Arbeitsbereich für pädagogische und Gesundheitspsychologie, seit 2004 am Institut für Kleinkindpädagogik. Sie promovierte im Jahr 2003 im Fach Psychologie und forschte in den Bereichen Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der Kleinkindbetreuung und -bildung. Außerdem arbeitete sie bei der Entwicklung des deutschen Kindergarten-Gütesiegels mit.

Dr. Klaus Kraimer ist als habilitierter Privatdozent (u. a. an der Katholischen Hochschule für Soziale Arbeit in Saarbrücken, den Universitäten Osnabrück und Freiburg/Schweiz) u. a. als Buchautor tätig (z. B. »Die Fallrekonstruktion«. Frankfurt am Main 2000, Suhrkamp-Verlag). Durch zahlreiche Artikel (z. B. »Durch Projekte lernen«, Blätter der Wohlfahrtspflege, Deutsche Zeitschrift für Sozialarbeit, 2/2006) und Nachschlagewerke (z. B. Fachlexikon der Sozialen Arbeit, Herausgeber Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, 2007) ist er der Fachöffentlichkeit wohl bekannt.

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