Am 5. November 2014 richtete die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) gemeinsam mit dem Verein „Verantwortungspartner Saarland“, der IHK Saarland und der saar.is die Fachtagung „Verantwortung partnerschaftlich gestalten - Schule, Hochschule, Unternehmen; Bildungsengagement – CSR der Zukunft?!“ aus. 130 Teilnehmer(innen) folgten der Einladung und diskutierten über die Implementierung und Kommunikation von Corporate Social Responsibility (CSR) in Organisationen und Unternehmen.

"Sei mit Lust bei den Geschäften am Tage - aber mache nur solche, dass du bei Nacht gut schlafen kannst." Dieses Zitat aus „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann vereinfacht die Prinzipien der Corporate Social Responsibility (CSR, gesellschaftliche Verantwortung) auf überraschende Weise. Es zeigt auch, dass CSR kein neuer Ansatz ist, aber einer, der immer mehr an Bedeutung gewinnt und nicht mehr nur als Kostenfaktor wahrgenommen wird. In Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrisen, knapper werdenden Rohstoffen, Klimawandel und Fachkräftemangel entpuppt sich CSR als ernstzunehmender Weg, sich diesen Herausforderungen zu stellen.

Der vielbeachtete Impulsvortrag von Prof. Dr. Annette Kleinfeld „Gesellschaftliche Verantwortung in Organisationen – worauf es ankommt“ machte ausgehend vom Begriff der Tugend nach Aristoteles und des spätmittelalterlichen Ideals des „Ehrbaren Kaufmanns“ deutlich, dass es sich bei gesellschaftlicher Verantwortung um eine ganzheitliche Betrachtung der Handlungsweise von Organisationen geht, und es deshalb nicht nur darauf ankommt, was ein Unternehmen erwirtschaftet, sondern vor allem auch, wie es dies tut. Der in einem aufwändigen internationalen Abstimmungsprozess von der International Organization for Standardization verabschiedete „Leitfaden Gesellschaftliche Verantwortung“ (ISO 26000), an dem Kleinfeld mitgearbeitet hatte, umfasst in 7 Kernthemen und 37 Handlungsfeldern alle relevanten Themenfelder zur Entwicklung eines auf die eigene Organisation zugeschnittenen gesellschaftlichen Engagements, das nicht nur von der verantwortlichen Organisationsführung, sondern auch von jedem Individuum der Organisation getragen werden muss.

Auf dem Marktplatz der Projekte präsentierte die htw saar eine Auswahl ihrer Projekte mit Schulen und öffnete die Türen zu einigen Schülerlaboren. Die thematisch breit aufgestellten Schulprojekte unterstreichen das fakultätsübergreifende Bildungsengagement der Hochschule, um bei Kindern und Jugendlichen möglichst früh das Interesse an wissenschaftlichen Fragestellungen zu wecken und bei Schüler(inne)n wie auch bei den begleitenden Studierenden fachliche und soziale Kompetenzen zu stärken. Die Laborführungen gaben einen lebendigen Einblick in die Konzepte und die Durchführung der praktischen Arbeiten. Hierzu experimentierten Schüler(innen) der Gemeinschaftsschule/Gesamtschule Bellevue und des Gymnasiums am Schloss in Saarbrücken mit ihren Lehrer(innen) an pneumatischen und mikrobiologischen Fragestellungen und bauten Roboter sowie Stromkreise mit Solarzellen.

Auf der Fachtagung durfte das Projekt „Service Learning“ nicht fehlen. Service Learning stellt die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in den Vordergrund, da insbesondere die Verbesserung der Situation benachteiligter Menschen im Fokus der Projekte steht. Durch die Zusammenarbeit mit sozialen Trägern und den von ihnen betreuten Menschen bietet Service Learning den Studierenden die Möglichkeit, soziale Sensibilität und soziale Verantwortung zu entwickeln und zu stärken. So werden zukünftige Fach- und Führungskräfte auf die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in Unternehmen vorbereitet.

Im Workshop „Die eigene Organisation verantwortlich führen – CSR in der Praxis“ zeigte Kleinfeld auf, wie man in fünf Schritten eine verantwortliche Organisationsstrategie entwickeln kann. Ausgehend von der Klärung der Ausgangslage sollte nach Prüfung der Handlungsfelder und unter Einhaltung größter Sorgfalt den Prozessen gegenüber der Einflussbereich der eigenen CSR-Strategie bestimmt werden, um dann Ziele und Prioritäten festzulegen. Im Rahmen des Workshops wurden in Kleingruppen Stakeholder und deren Ansprüche an die eigene Organisation bzw. das Unternehmen reflektiert. In der abschließenden intensiven Diskussion wurde deutlich, wie vielfältig die möglichen Schwerpunkte einer CSR-Strategie in Abhängigkeit von der Ausgangslage und den Anspruchsgruppen aussehen können.

Im parallel stattfindenden Workshop „Relevanz und Wirkung von CSR-Kommunikation – Erwartungshaltung und tatsächliche Angebote in Wirtschaft und Hochschule“ erarbeiteten die Teilnehmer(innen) Grundzüge gelungener Kommunikation von CSR. Hierzu wurde der status quo in der eigenen Organisation in Gruppenarbeit reflektiert. Am Ende stand der Wunsch nach stärkerem Austausch zwischen Unternehmen und der Hochschule, um Anforderungen der Unternehmen und Profile der Hochschulabsolvent(inn)en besser aufeinander abzustimmen.

Die Fachtagung stärkt die Kooperationen der htw saar mit engagierten Unternehmen und deren Verbände und Kammern in der Region in einem zukunftsträchtigen Themenfeld. Das Thema „Gesellschaftliche Verantwortung“ ist ein strategischer Baustein für die Weiterentwicklung der Hochschule und Bestandteil des Leitbildes. Die htw saar sieht sich durch die Fachtagung bestärkt auf ihrem Weg, ihren Studierenden im Sinne ganzheitlicher Bildung verantwortungsvolles Handeln und soziales Engagement als Grundpfeiler für nachhaltiges Wirtschaften mit auf den Weg zu geben.

Die Fachtagung ist Bestandteil des Schwerpunktsemesters „Gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, das die htw saar im Wintersemester 2014/15 ausrichtet. In mehreren Veranstaltungen kann sich die interessierte Öffentlichkeit mit den Themen Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility und Ehrenamtliches Engagement auseinandersetzen.

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