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73 Bauingenieure feiern ihren Abschluss

AGV Bau Saar und Wissenschaftsministerium richten Studienabschlussfeier der HTW-Bauingenieure aus

Im Atrium – Haus der Wirtschaftsförderung fand am 10. Juli 2009 die Abschlussfeier der Bauingenieure der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) statt. Der Arbeitgeberverband der Bauwirtschaft Saar (AGV Bau Saar) lud die 14 frischgebackenen Bauingenieurinnen und 59 Bauingenieure ein, das Erreichte zu feiern und noch einmal im Kreise der Kommilitonen und Professoren die vergangenen Semester Revue passieren zu lassen.

Begrüßt wurden die Anwesenden von Albert Hettrich, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft. Hettrich wünschte den frisch gebackenen Bauingenieurinnen und Bauingenieure einen guten Start in ihr Berufsleben. „Die hohe Qualität Ihrer Ausbildung an der Hochschule für Technik und Wirtschaft ist dafür die geeignete Grundlage.“ Ferner unterstrich Hettrich die Bedeutung der Bauwirtschaft für das Saarland: „Der Konjunkturpakt Saar 2009 mit einen Investitionsvolumen von rund 260 Millionen Euro, etwa in die Sanierung und Modernisierung von Schulgebäuden, in die Hochschulen, in die kommunale Infrastruktur und in den Straßenbau, kommt insbesondere auch der saarländischen Bauwirtschaft zugute. Alleine in den Straßenbau investiert das Saarland im Jahre 2009 rund 120 Mio. €“.

Den Festvortrag mit dem Titel „Zurück zur Kernkompetenz“ hielt Dipl.-Ing. Jens Günther, Vorsitzender der Geschäftsleitung Rohbau/ Industriebau der Hochtief Construction AG. Hochtief, so Günther, sei ursprünglich aus dem Rohbau heraus zu einem Weltunternehmen gewachsen und dürfe diese Kernkompetenz nicht aus dem Blick verlieren. Besonders spannend für die Anwesenden war der Einblick in das derzeit größte deutsche Hochhausprojekt. Der Bau des 185 Meter hohen Wolkenkratzers im Europaviertel Frankfurts mit Baubeginn August 2008 soll bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Herr Günther stellte insbesondere die Herangehensweise an ein solches Mammutprojekt und die Aufgaben eines Bauingenieurs vor.

Der Prodekan der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen, Prof. Dr. Peter Böttcher, überreichte den Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussurkunden und gratulierte zum erfolgreichen Abschluss des Studiums. Böttcher unterstrich, dass die Bauingenieure der HTW die Umstellung auf das Bachelor-Master-System realisiert haben, ohne die Qualität des Studiums zu vernachlässigen. „Wir haben inhaltlich ein paar alte Zöpfe abgeschnitten und das Studium den Anforderungen des modernen Ingenieurwesens angepasst. Aber die Diplom- und die Bacheloringenieure, die hier nebeneinander sitzen, haben das gleiche Wissen, das gleiche Können und die gleichen beruflichen Fähigkeiten.“ Unterstrichen wird diese Aussage dadurch, dass alle 73 Absolventinnen und Absolventen problemlos auf dem Arbeitsmarkt untergekommen sind.
Vom Präsidenten des AGV Bau Saar, Dipl.-Ing. Hans-Ludwig Bernardi, wurden die Förderpreise des AGV Bau Saar für den besten Studienabschluss und die beste Abschlussarbeit vergeben. Eric Augustin konnte sein Studium mit der Note 1,2 als Jahrgangsbester beenden. Michael Rosner wurde für seine hervorragende Diplomarbeit mit dem Thema „Energetische Modernisierung im Wohnungsbau“ gewürdigt.
Nach dem offiziellen Ende bot das Atrium einen gelungenen äußeren Rahmen, der die Gäste bei kleinen Leckereien und kühlen Getränken einlud, länger zu Verweilen.


Hintergrund: Der Studiengang Bauingenieurwesen
"Wer baut, der bleibt", das wusste nicht nur Cheops, der altägyptische Pharao. Unsere ganze Zivilisation, wie wir sie heute kennen, beruht auf Bauwerken und einer funktionierenden Infrastruktur. Konstruiert, errichtet und vernetzt werden diese modernen Bauwerke von Bauingenieuren.

Heutzutage werden eher selten monumentale Grabstätten in Auftrag gegeben, nichtsdestoweniger übt der Bauingenieur einen faszinierenden und interessanten Beruf aus, der mehr als uns bewusst ist, unser Leben beeinflusst. Ohne Bauingenieure gäbe es keine Wohnhäuser, Fabriken, Krankenhäuser, Museen, Theatern, Forschungszentren, Schulen, Hochschulen, keine Produkte, keine Kultur und keine Bildung. Ohne Bauingenieure gäbe es auch keine Verkehrswege, die Siedlungen und Gebäude miteinander verbinden, keine Brücken, Straßen und Schienennetze, keine Tunnel und erst recht keine Flugplätze und Häfen. Kurz: keine Infrastruktur. Dabei sind das lediglich die sichtbaren Produkte, die ein Bauingenieur erzeugt. Unsichtbar arbeitet er im so genannten Ver- und Entsorgungsbereich, der zum Beispiel sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn garantiert und der die Abwässer durch ein unterirdisches Kanalnetz zu den Klärwerken und geklärt wieder dem Fluss zuführt.

Als ob das nicht genügte, weitet der Bauingenieur seine Verantwortlichkeiten weiter aus. Zunehmend ist er in Bereichen Projektentwicklung, Facility Management, Revitalisierung von Industriebrachen und Umnutzung tätig. Wie wir morgen leben werden, wird maßgeblich durch die Phantasie, das Wissen und das Verantwortungsbewusstsein der Bauingenieure beeinflusst.

Bauingenieure, so der Verband der deutschen Bauindustrie, werden bald wieder stark nachgefragt. Die Erklärung liegt auf der Hand: Zur Zeit hat sich die Zahl der Studienanfänger auf niedrigem Niveau stabilisiert, wodurch die Zahl der Absolventen sinkt. Da jährlich junge Bauingenieure gebraucht werden, ist es absehbar, dass die Unternehmen in kurzer Zeit einen erheblichen Bedarf haben werden.

Ein spannender und abwechslungsreicher, aber auch ein zukunftssicherer Beruf, wenn die Ausbildung, wie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, breit angelegt ist. Dies bietet der Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen mit einer Regelstudienzeit von sieben Semestern. Darin enthalten ist im 5. Semester eine praktische Studienphase, in der die Studierende tiefe Einblicke in das künftige Berufsleben erfahren und die von den späteren Arbeitgebern sehr geschätzt wird. Die Studierenden können sich in den Vertiefungsrichtungen Konstruktiver Ingenieurbau oder Wasser/Abfall/Verkehr spezialisieren. Mit dem international anerkannten Abschluss als Bachelor of Engineering stehen den Absolventinnen und Absolventen Leitungsfunktionen bei Baufirmen, in Ingenieurbüros, in der öffentlichen Verwaltung, bei Dienstleistungsunternehmen und bei Projektsteuerern oder Generalunternehmern offen.

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