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25 Jahre deutsch-französische Hochschulkooperation zwischen HTW und ESC Chambéry

Landtagsbesuch zum Jubiläum – Abgeordneten-Feeling inklusive


16. Oktober 2009, 9:15 Uhr am Saarländischen Landtag: Eine Delegation der Ecole Supérieure de Commerce (ESC) Chambéry Savoie und der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) wird vom Leiter des Besucherdienstes, Dr. Riemann, in den Plenarsaal geführt. Schlichte Eleganz und der kühle Hauch von Modernität und Funktionalität dominieren diesen Raum, dem jedoch Wärme zuteil wird durch den Parkettfussboden, ein Relikt aus der Zeit, in der dieser Raum der Tanzsaal der Casino-Gesellschaft Saarbrücken war.

Die Besucher dürfen sich auf den Abgeordneten-Plätzen niederlassen und erfahren von Riemann etwas über die Geschichte des Saarlandes und des Gebäudes, aber auch zu den aktuellen Entwicklungen im Landtag. Der Plenarsaal ist in drei Sitzgruppen unterteilt, das wird auch so bleiben, obwohl fünf Fraktionen im August 2009 in den Landtag gewählt wurden. Politik sei eben nicht, wie oft vermutet, ein Abgrenzen und Aufeinanderlosgehen, vielmehr werde in Ausschüssen konstruktiv über Parteigrenzen hinweg zusammengearbeitet: die Chemie muss eben stimmen. Die Parteizugehörigkeit hat darauf geringen Einfluss.

Vor den Abgeordnetensitzen befinden sich die Sitzreihen der Landesregierung und über allem der Platz des Landtagspräsidenten – auf diesem Platz sich ablichten zu lassen war der Hit bei den Studierenden.

Am 16. Oktober 1984 wurde die Hochschulkooperation zwischen HTW und ESC Chambéry begründet. Sie ist eine der ältesten deutsch-französischen Hochschulpartnerschaften. Umso glücklicher war man an der HTW, dass man zu diesem Termin einen Besuch im Landesparlament realisieren konnte. Dass das Parlament diesen Besuch sehr ernst nahm, sah man auch an den hochkarätigen Abgeordneten, die sich zur Diskussion mit den Hochschulvertretern verabredet hatten (Georg Jungmann, stv. Fraktionsvorsitzender der CDU, Georg Weisweiler (FDP), Hubert Ulrich, Fraktionsvorsitzender der Grünen, Prof. Dr. Heinz Bierbaum (Linke), Isolde Riese (SPD)) und an der Zeit, die sie sich genommen hatten.

Was genau machen Studierende der Betriebswirtschaft mit Professorinnen und Professoren der ESC Chambéry und der HTW im Saarländischen Landtag? Sie erfahren mehr über das politische System, den Föderalismus, die Geschichte und damit auch mehr über die Menschen, mit denen sie es in der Hochschulkooperation zu tun haben. Die deutsch-französischen Seminare haben eine lange Tradition – seit 1974 findet jedes Jahr eines in Deutschland und eines in Frankreich statt. So haben sie über die Jahre dazu beigetragen, dass die Hochschulkooperation gefestigt wird. Die Themen sind so vielfältig wie beide Länder. Sie komplementieren stets das Fachwissen und sorgen für gegenseitiges Verstehen.

Internationalisierung war und ist das Credo der HTW. Mehrsprachigkeit, Auslandserfahrung und damit der Erwerb interkultureller Kompetenz gehören heutzutage besonders für Wirtschaftswissenschaftler, die auf internationalem Parkett tätig werden wollen, zum unabdingbaren Rüstzeug. Durch institutionalisierte Partnerschaften ist es für eine Hochschule einfacher, Studierende ins Ausland zu schicken, damit diese die Kompetenzen vor Ort erwerben können. Auch hier gilt: Grau ist alle Theorie.

Was erfolgreich ist, sollte weitergeführt und ausgebaut werden. So dachten auch die Hochschulen und werden am 13. November 2009 in Chambéry zwei neue Doppel-Master-Abkommen unterzeichnen. Bereits seit 1988 unterhalten die zwei Hochschulen erfolgreich ein Doppel-Diplom-Abkommen, das auf das Bologna-System anzupassen war. Nach dem neuen Master-Abkommen studiert bereits ein erster Student der ESC Chambéry an der HTW. Er wird, bei erfolgreichem Studium, im Sommer 2010 das „Diplôme BAC +5, Grade de Master, visé par le Ministère de l’Education Nationale“ der ESC und den „Master of Arts in International Management“ der HTW erwerben. Das zweite Master-Abkommen betrifft den Master-Studiengang „Betriebswirtschaft“. Die teilnehmenden Studierenden erwerben, ohne durch das einjährige Auslandsstudium Zeit zu verlieren, zwei jeweils in Deutschland und Frankreich sowie auch international anerkannte Hochschulabschlüsse. Der Doppel-Master beinhaltet stets auch eine mehrmonatige praktische Studienphase im Gastland, so dass die Absolventinnen und Absolventen mit Berufserfahrung im anderen Land punkten können. Sie sind damit optimal für eine französisch-deutsche wie eine internationale Berufslaufbahn qualifiziert.

Chronik der 25-jährigen Zusammenarbeit
Daten und Fakten
Beginn der Zusammenarbeit: 1972
Vertragsunterzeichnung: 1984
Seit 1984 haben ca. 40 deutsche Studierende in Frankreich einen einjährigen erfolgreichen Studienaufenthalt verbracht und ca. 40 französische Studierende einen in Deutschland.

Fachseminare
Seit 1974 jährlich eines in Chambéry und eines in Saarbrücken
Dauer: jeweils eine Woche
in einem Seminar: jeweils 10-15 deutsche und 10-15 französische Teilnehmer

Die Begegnung soll:

  • zu besserem gegenseitigem Verständnis führen,
  • Einblicke in die gemeinsame Geschichte geben,
  • Einführung in die Wirtschafts- und Politiksysteme der beiden Länder bieten und
  • der Vorbereitung des Studiums an der Partnerhochschule dienen

 

Dozentenaustausch
Im Rahmen der Hochschulkooperation wird von Anfang an jährlich ein reger Dozentinnen- und Dozentenaustausch gepflegt. So waren im Studienjahr 2008/2009 drei Dozentinnen und Dozenten aus Chambéry in Saarbrücken und zwei HTW-Dozentinnen/Dozenten an der ESC.

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