HTW-Projekt "Unternehmerpraxis für Studierende" mit dem Landespreis Hochschullehre ausgezeichnet


Am 12. Februar 2008 wurde das Konzept "Unternehmerpraxis für Studierende" mit dem Landespreis Hochschullehre ausgezeichnet. Der Landespreis, der bereits zum fünften Mal vergeben wird, geht an ein Professorenteam von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) und an einen Hochschullehrer der Universität des Saarlandes (Verleihung am 15. April 2008). Der Minister für Wirtschaft und Wissenschaft, Joachim Rippel, überreichte den HTW-Professoren Dr. Stefan Georg und Dr. Andy Junker und dem Lehrbeauftragten Dipl.-Wirtsch.-Ing. Georg Schütz den Preis, der mit 20 000 € dotiert ist.

Wissenschaftsminister Joachim Rippel erklärte: „Ein Schwerpunkt im Rahmen unserer Saarland Offensive für Gründer .. SOG sind Gründungen aus den Hochschulen. Dabei sorgen wir nicht nur mit Sciencepark, Starterzentrum und Spin Off Center für die räumlichen Voraussetzungen, sondern wollen Studierende schon während des Studiums für den Start in die Selbständigkeit begeistern. Das heute ausgezeichnete Projekt passt hervorragend in diese Strategie.“

Das Studium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft ist praxis- und anwendungsorientiert. Die Preisträger haben diese Orientierung noch um die Komponente "unternehmerisches Denken und Handeln" erweitert. Ziel des Projektes ist es, dass Studierende in der Praxis lernen, unternehmerische Entscheidungen vorzubereiten und durchzuführen. Im Rahmen der Innovationsstrategie des Saarlandes sollen damit mittelfristig Existenzgründungen aus dem akademischen Bereich angeregt und gefördert werden. Georg und Junker an der HTW und der Unternehmensberater Georg Schütz betreuen die Unternehmen und Studierenden, um den optimalen Nutzen für alle Beteiligten zu sichern. Zur Vorbereitung auf die betriebliche Praxis gibt es zum Projektstart eine Einführungswoche, in der bereits vorhandene Studienkenntnisse vertieft und aufgefrischt werden. Während der Praxis gibt es regelmäßige Treffen der Betreuer mit den Unternehmen und den Studierenden, um die Qualität der Arbeit zu sichern und zu steuern.

Die beteiligten Unternehmen reagieren positiv und haben den studentischen Teams anspruchsvolle Aufgaben anvertraut. Es wurden Produktionshallen geplant, Prämiensysteme entwickelt und manchmal ganz nebenbei Ansatzpunkte für Verbesserungspotentiale aufgedeckt (weitere Details im letzten Teil dieser PM). Eine runde Sache für die Studierenden, die Unternehmen und die Hochschule. Stark in das HTW-Projekt involviert waren auch die Wirtschaftsjunioren Saarland (WJS). So konnte sich Georg Schütz, selbst ehemaliger Wirtschaftsjunior, auf die Mitglieder der AG Existenzgründung und -sicherung der Wirtschaftsjunioren stützen, deren Mitglieder gleich mehrere Projekte für die Studententeams zur Verfügung stellten.

Max Albrecht, Firma Alkoma, zum Projekt in seinem Unternehmen: „Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist das genau die Lösung, die ich brauche. Praxisbezogen, umsetzbar, durchdacht und pragmatisch, für mich ein echter Gewinn“.

Für Dr. Schmitz, Pallmann Maschinenfabrik, besteht der besondere Reiz des Projektes darin „dass sich die Studierenden in kurzer Zeit in eine komplexe Materie einarbeiten müssen und die Strukturen des Unternehmens aufnehmen lernen. Wir investieren in die Ausbildung und bekommen gleichtzeitig qualifizierte Unterstützung für wichtige Aufgaben. Die Betreuung durch Schütz war sinnvoll, um Anforderungen, Arbeitsfortschritt und die Organisation aufeinander abzustimmen.“

Ergebnisse der letzten Projektrunden:

- Zickwolff GmbH, Saarbrücken
Mit dem Geschäftsführer Martin Haiss haben drei Studierende einen vollständigen Geschäftsplan für ein neues Tochterunternehmen entwickelt und die notwendigen Unterlagen für einen Wettbewerb erstellt. Parallel dazu wurden Vertriebskonzepte für bestehende Produktlinien kritisch beleuchtet und verbessert.

- ALKOMA Maschinenbau, Pirmasens
Das Unternehmen von Max Albrecht wächst äußerst dynamisch. Nach dem Gewinn mehrerer Innovationspreise und nach Aufträgen u.a. für Ford in Saarlouis und in Venezuela steht der Neubau einer eigenen Produktionshalle an. Vier Studierende haben dafür ein Layout entwickelt, das dem erwarteten Wachstum Raum gibt, und dabei gleichzeitig auf die Finanzierbarkeit achtet.

- Pallmann Maschinenfabrik GmbH&Co KG, Gersweiler/Zweibrücken
Die Leiter der Bereiche Unternehmensplanung und Controlling sowie Produktion, Dr.Werner Schmitz und Christian Hans, haben mit zwei Studierenden mehrere Investitionen für Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen geplant. Außerdem wurden verschiedene neue Anforderungen in der Unternehmensplanung entwickelt und eingeführt.

- PROCONT GmbH, Pirmasens
PROCONT entwickelt und fertigt mit rund 30 Mitarbeitern Schaltanlagen und Steuerungstechnik u.a. für mehrere Kläranlagen im Saarland. Geschäftsführer Lothar Keber hat das Projekt so umrissen: „Wir wollen erreichen, dass sich jede Baustelle wirklich rechnet, für uns und für unsere Mitarbeiter“. Die konkrete Aufgabenstellung für drei Studierende war es, ein erfolgsorientiertes Prämiensystem zu entwickeln. Fast schon „nebenbei“ haben die Projektteilnehmer Ansatzpunkte für Verbesserungsmöglichkeiten gefunden, von denen mehrere direkt umgesetzt wurden.

- Heinrich Engert, Großhandel mit Friseurbedarf, Pirmasens/Würzburg
Nach erfolgreicher Restrukturierung sollten im Unternehmen die gelebten Abläufe kritisch begutachtet und die Zertifizierung eines QM-Systems nach DIN/ISO 9001 vorbereitet werden. Zusammen mit der Inhaberin, Frau Asmussen, haben zwei QMS-erfahrene Studenten dieses Projekt betreut. Das QM-System ist eingeführt, es wird Anfang März 2007 extern auditiert. Nach den geleisteten Vorbereitungen besteht kein Zweifel, dass das Zertifikat erteilt werden wird. Die Fa. Heinrich Engert wird damit eines der ersten Unternehmen seiner Branche mit einem Qualitätszertifikat sein, die Studenten haben damit dazu beigetragen, einen echten Wettbewerbsvorteil zu erreichen.


Hintergrund: Wirtschaftsjunioren Saarland e.V. (WJS)

Bei den Wirtschaftsjunioren sind junge Unternehmer und Führungskräfte unter 40 Jahren aus allen Bereichen der Wirtschaft organisiert - die Junioren im Saarland haben rund 160 Mitglieder. Durch gemeinsames Engagement fördern die WJS unternehmerisches Handeln und Denken. Als gemeinnütziger Verein wollen sie dazu beitragen, das Verantwortungsbewußtsein für eine zeitgemäße und sinnvolle Fortentwicklung der sozialen Marktwirtschaft zu wecken und zu stärken. Ein weiteres wichtiges Element der Juniorenarbeit ist das Networking: Die WJS bieten jungen Führungskräften ein Forum für Erfahrungsaustausch und gemeinsame Qualifizierung. Der Landesverband mit Sitz in der IHK gehört zu den Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) mit bundesweit mehr als 11.000 Mitgliedern, weltweit sind unter dem Dach der Junior Chamber International (JCI) fast 150.000 „Jaycees“ aktiv.

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