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Balu und Du – Das Projekt für eine kinderfreundliche Gesellschaft


Wer kennt sie nicht: Balu und Mogli aus dem Dschungelbuch? Balu, der starke, aber stets freundliche Bär, der sich des Menschenjungen Mogli annimmt und ihn eine Zeitlang durch die vielen Wirrungen und Gefahren des Dschungelalltages begleitet. Balu lässt Mogli in dieser Zeit viel ausprobieren, lässt neue Erfahrungen zu, wartet geduldig, bis Mogli weitergeht, hat Zeit zum Zuhören, zum Rumalbern, zeigt aber auch, wie man mit schwierigen Situationen fertig wird, erklärt die Regeln im Dschungelleben und beschützt Mogli, wo es nötig ist. Mogli macht an der Seite seines großen Freundes wichtige Erfahrungen: Ich kann etwas, ich traue mir zu, Neues auszuprobieren, ich habe etwas zu sagen, es hört mir jemand zu, ich kann mich auf einen Freund verlassen.


Seit 2002 gibt es das Programm „Balu und Du“, zunächst in Niedersachsen an der Universität Osnabrück. Junge Erwachsene, meist Studierende, sind die „Balus“, Kinder von ca. sechs bis 10 Jahren die „Moglis“. Im April 2008 startet dieses Projekt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW), initiiert und wissenschaftlich begleitet durch Prof. Dr. Klaus Kraimer. Er lehrt im Studiengang Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit. Als er von dem Programm hörte, war ihm sofort klar, dass es auch im Saarland angeboten werden muss.


Zur Vorstellung des Programms konnte Kraimer die Initiatorin des Balu-und-Du-Programms gewinnen, Prof. Dr. em. Hildegard Müller-Kohlenberg, die zugleich die erste Vorsitzende des Balu-und-Du-Vereins ist. Sie stellt am 23.4.2008 um 14:00 Uhr im Senatssaal der HTW (Standort Waldhausweg 14, 66123 Saarbrücken) das Programm vor und steht im Anschluss für Rückfragen bereit. Eingeladen sind Vertreter der Politik (Ministerien, Landeshauptstadt, saarländische Städte) der Hochschulen sowie Akteure des Erziehungs- und Sozialwesens. Ein Hauptaugenmerk lag auf der Einladung von Studierenden über ihre Vertretungen (Fachschaften und Allgemeine Studierendenausschüsse aller Hochschulen) als mögliche Balus.


Zu dieser Präsentation laden wir Sie herzlich ein. Helfen Sie uns über Ihre Berichterstattung, dieses vielversprechende Projekt zur Förderung von Kindern in Saarland erfolgreich in Gang zu bringen.

Hintergrund
„Balu und Du“ ist ein ehrenamtliches Projekt, das Kinder im Grundschulalter ein Jahr lang begleitet. Junge ehrenamtliche Erwachsene, Schüler oder Studierende stehen dem Kind zur Seite und entdecken mit ihm die Welt. Die beiden treffen sich ein Jahr lang einmal in der Woche und verbringen die Freizeit gemeinsam. Die Treffen werden mit den Eltern und ihrem Kind individuell abgestimmt. In der Wohnumgebung des Kindes gibt es viel zu erleben – durch die Natur streifen, Spielplätze und Parks besuchen, schwimmen gehen, die Bücherei erkunden, mit dem Bus fahren, ins Kino gehen oder auch mal ein Eis essen – vielleicht auch mal backen, basteln, malen, miteinander spielen, plaudern und vor allem viel Spaß miteinander haben. Durch wöchentliche Tagebuchberichte und regelmäßigen Erfahrungsaustausch ist die Programmleitung über die Entwicklung der Beziehung von Balu und Mogli gut informiert. Dabei werden Erfahrungen ausgetauscht und gegenseitige Anregungen weitergegeben. Die Teilnahme der Kinder an „Balu und Du“ ist kostenlos.
Die Kinder sollen - neben Familie und Schule - eine weitere Chance erhalten, sich ihren positiven Anlagen gemäß zu entwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Mentoren des Programms stehen ihnen in einer Entwicklungsphase zur Seite, die nicht immer einfach ist. Aber sie ist für das weitere Leben prägend. Die Kinder machen neue Erfahrungen und erhalten außerschulische Lernanregungen. Hausaufgabenhilfe steht nicht im Mittelpunkt des Programms, stattdessen soll Lernfreunde geweckt werden. Das Programm wird wissenschaftlich begleitet. Es geht darum, einen Baustein für eine solidarische und kinderfreundliche Gesellschaft zu entwickeln. "Balu und Du" ist ein Beispiel für erfolgreiches Mentoring und für ein aktives Patenschaftsprogramm.
Die MentorInnen bzw. „Balus“ sind überwiegend Studierende, die durch spezielle Veranstaltungen regelmäßig begleitet werden. In mancherlei Hinsicht haben die Begleitveranstaltungen den Charakter von Supervision, in anderer Hinsicht aber auch von praktischer Beratung. Viele der MentorInnen bereiten sich auf eine Tätigkeit in einem pädagogischen oder psychologischen Feld vor.


Die „Balus“ schreiben wöchentlich ein Tagebuch über den Verlauf der Beziehung. Diese Berichte ermöglichen eine dichte Begleitung sowie (neben anderen Verfahren) die Evaluation des Programms. Nach etwa einem Jahr enden die regelmäßigen Treffen zwischen den „Balus“ und „Moglis“. Das bedeutet aber meist keinen Abbruch der Beziehung. Aus dem „Projekt“ ist nun oft eine freundschaftliche Beziehung geworden. Und genau wie sich Freunde nicht jede Woche „montags um drei“ treffen, so lebt diese Beziehung fort. Man telefoniert, man verabredet sich und trifft sich ab und zu, man schreibt sich Karten oder E-Mails. Und vor allem – wenn die Kinder einmal ihren großen Freund in Krisensituationen benötigen, dann wissen sie, an wen sie sich wenden können.

Wer wird Mogli?
"Moglis" sind Kinder im Grundschulalter (zwischen 6 und 10 Jahren), die sich auf dem oftmals schwierigen Weg ins Jugendalter befinden. Das Leben kann manchmal wie ein Dschungel sein. Damit sich die Kinder dabei nicht verlaufen, hilft ihnen ein "Balu", ein großer Vertrauter. Er steht dem Kind mit Rat und Tat zur Seite. Das Kind kann sich an ihn wenden, wenn es Fragen hat, und es bekommt die Möglichkeit, Neues zu entdecken oder Altes mit neuen Augen zu sehen. Ein Kind kann "Mogli" werden, wenn es von Lehrern/ Erziehern mit Einverständnis der Eltern für das Projekt vorgeschlagen wird. Auch können sich interessierte Eltern direkt an uns wenden.

Balus
"Balus" sind junge, zuverlässige Menschen im Alter zwischen 18 und ca. 30 Jahren, die dem "Mogli" Aufmerksamkeit schenken und ein offenes Ohr für das Kind haben. Sie nehmen sich einmal in der Woche ein paar Stunden Zeit, um ihren "Mogli" im außerschulischen Bereich zu fördern, ihm neue Erfahrungsfelder zu eröffnen und allerhand zu unternehmen. Dabei zeigt sich, wie viel es zu staunen, zu reden und zu lachen gibt! Auch die "Balus" wachsen an der Beziehung und können die Welt noch mal mit Kinderaugen sehen.


Der HTW als neuem Standort für das“ Balu-und-Du–Projekt“ wird ein Qualitätshandbuch zur Verfügung gestellt, in dem Checklisten, Kopiervorlagen und zahlreiche Anregungen enthalten sind. Projektinitiativen werden ferner durch eine sog. Starterbox, die Spiel- und Lernmaterial enthält, welches sich bisher als didaktisch sinnvoll erwiesen hat, unterstützt. Für die MentorInnen können wir so einen Fundus anbieten, auf den sie je nach den Interessen des Kindes zurückgreifen können.

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