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Diplomierungsfeier der Bauingenieure der HTW


Zur Diplomfeier der Bauingenieure der HTW luden der AGV Bau Saar und die Firma EUROVIA Teerbau GmbH ins Casino-Restaurant Am Staden ein. 35 frischgebackenen Bauingenieuren wurde in dieser feierlichen Veranstaltung ihre Diplomurkunden verliehen.

Als Gastgeber begrüßte Dipl.-Ing. Klaus Reitze, Niederlassungsleiter der EUROVIA Teerbau aus Ludwigshafen, besonders die Absolventen, aber auch die sie begleitenden Angehörigen, die Professoren der HTW sowie eine Reihe geladener Gäste aus Bauverwaltung und Wirtschaft. In seiner Ansprache umriss Reitze zunächst das Profil der EUROVIA Gruppe, die als eines der führenden Straßenbauunternehmen Europas weltweit mit Schwerpunkten in Europa und Amerika mit dem Bau und der Instandhaltung von Verkehrsinfrastruktur sowie Erschließungsleistungen für Projekte von Kommunen, Industrie und Handel tätig ist. An die Adresse der Absolventen richtete sich sein Hinweis, dass das jetzt erfolgreich abgeschlossene Bauingenieurstudium zwar eine Eintrittskarte in die Arbeitswelt darstelle, gleichzeitig aber auch den Beginn eines ständigen Weiterbildungsprozesses markiere.

Im Anschluss daran hielt Dr.-Ing. Christoph Dröge von Eurovia Sercices einen Vortrag mit dem Thema: „Asphalt für das 3. Jahrtausend". Als Leiter einer Materialprüfungsanstalt sieht er unter den Randbedingungen des weiter zunehmenden Verkehrs bei immer geringeren Mittelansätzen der öffentlichen Hand die Industrie zu hochwirksamen Innovationen gefordert. Als Beispiel erläuterte Dr. Dröge, wie durch die Zugabe von Zeolithen Energie- und Kosteneinspareffekte infolge reduzierter Emissionen in den Mischwerken, eine längere Verarbeitbarkeit und geringere Gesundheitsbelastungen erreicht werden könne. Mit dem in den letzten Jahren entwickelten Niedrigtemperaturasphalt werde nicht nur Energie eingespart und weniger CO2 produziert, sondern auch die Eigenschaft des Belags verbessert sowie vor allem die Belastung der Beschäftigen zum Teil deutlich verringert. Obwohl Niedrigtemperaturasphalt als die Innovation für den Einsatz von Asphalt überhaupt angesehen werden könne, gelange er in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich nur eher zögerlich zum Einsatz.

Prof. Dr. Jürgen Schneider, Vorsitzender des Fachbereichs Bauingenieurwesen, überreichte den anwesenden Absolventen ihre Diplomzeugnisse und gratulierte zum erfolgreichen Abschluss des Studiums. An der HTW werde, so Schneider, ein neues Zeitalter eingeläutet, weil nun mit der Überführung traditioneller Studiengänge in neue Bachelor- und Masterstudiengänge der Bologna-Prozess in Deutschland in die entscheidende Phase getreten sei. Mit dem Studienabschluss des Bachelors bietet der Fachbereich Bauingenieurwesen zukünftig einen ersten Hochschulabschluss im Ingenieurwesen an, wobei durch die kompaktere Gestaltung des Studienplans sichergestellt sei, dass auch der Bachelor-Abschluss die Berufsbefähigung im Bauingenieurwesen mit sich bringe.

Der Präsident des AGV Bau Saar, Hans-Ludwig Bernardi, wies in seinem Glückwunsch auch auf die Notwendigkeit einer ständigen Weiterbildung, dabei insbesondere den Erwerb fachübergreifender Kompetenzen und einer ausgeprägten Kommunikationsfähigkeit hin. Gleichzeitig rief er die Absolventen zu verstärktem Engagement in der Politik auf, wo Ingenieure traditionell unterrepräsentiert seien mit entsprechend nachteiligen Folgen für die Bauwirtschaft.

Bevor Sven Seydel aus den Händen des AGV Bau Saar-Präsidenten die Auszeichnung für die beste Diplomarbeit entgegennehmen konnte, stelle Prof. Dr. Gisbert Webel die prämierte Arbeit zu „Untersuchungen des Hochwasserabflusses des Lonnenbachs, Gemeinde Perl, hinsichtlich dezentraler Hochwasserschutzmaßnahmen“ vor.

Weitere Preisträgerin war Simone Lay aus Saarlouis, die für die beste Gesamtnote der Abschlussprüfung ausgezeichnet wurde. Die beiden Förderpreise sind mit jeweils 500 EURO dotiert.

Nach dem offiziellen Ende bot die Saarbrücker Casino Gesellschaft bei herrlichem Sommerwetter einen gelungenen äußeren Rahmen mit kleinen Leckereien und kühlen Getränken, die die Gäste noch zu längerem Verweilen animierten.


Wie sehen die Berufsaussichten für Bauingenieure aus?


„Für qualifiziert ausgebildete, engagierte und mobile Absolventen und Absolventinnen stehen sie gut“ erklärte Prof. Schneider. Sie werden, das belegen Untersuchungen, immer besser. Die Zahl der Studienanfänger im Studiengang Bauingenieurwesen ist bundesweit deutlich zurückgegangen. Wenn immer weniger junge Menschen ein Studium des Bauingenieurwesens in betracht ziehen, wird es aller Voraussicht nach in wenigen Jahren zu einem erheblichen Mangel an qualifizierten Ingenieuren in der Bauwirtschaft kommen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie beziffert den Bedarf der Branche auf mindestens 4.500 Absolventen pro Jahr. Bereits in diesem Jahr dürfte die Zahl der Hochschulabgänger erstmals darunter liegen. Für Studienanfänger kündigen sich rosige Zeiten an, denn sie werden bei einer Regelstudienzeit von 7 Semestern zu einem Zeitpunkt fertig, an dem der Mangel an Bauingenieuren besonders große Ausmaße angenommen haben wird.


Hintergrund: Was machen Bauingenieure?

"Wer baut, der bleibt" – das wusste nicht nur Cheops, der altägyptische Pharao. Unsere ganze Zivilisation beruht auf Bauwerken und einer funktionierenden Infrastruktur. Wer konstruiert und errichtet diese modernen Bauwerke und sorgt für ihre Erreichbarkeit? Die Bauingenieure.

Heutzutage werden eher selten monumentale Grabstätten in Auftrag gegeben, nichtsdestoweniger übt der Bauingenieur einen faszinierenden und interessanten Beruf aus, der maßgeblich unser Leben beeinflusst. Ohne Bauingenieure gäbe es keine Wohnhäuser, Fabriken, Krankenhäuser, Museen, Theatern, Forschungszentren, Schulen, Hochschulen und damit keinen Lebensraum für Menschen, keine Produkte, keine Kultur und keine Bildung. Ohne Bauingenieure gäbe es auch keine Verkehrswege, die Siedlungen und Gebäude miteinander verbinden, keine Brücken, Straßen und Schienennetze, keine Tunnel und erst recht keine Flugplätze und Häfen. Kurz: keine Infrastruktur. Dabei sind das lediglich die sichtbaren Produkte, die ein Bauingenieur erzeugt. Unsichtbar arbeitet er im so genannten Ver- und Entsorgungsbereich, der zum Beispiel sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn garantiert und der die Abwässer durch ein unterirdisches Kanalnetz zu den Klärwerken und geklärt wieder dem Fluss zuführt.

Als ob ihm das nicht genüge, weitet der Bauingenieur seine Verantwortlichkeiten weiter aus. Zunehmend ist er in Bereichen Projektentwicklung, Facility Management, Revitalisierung von Industriebrachen und Umnutzung tätig. Wie wir morgen leben werden, wird maßgeblich durch die Phantasie, das Wissen und das Verantwortungsbewusstsein der Bauingenieure beeinflusst.

Bauingenieure, so der Verband der deutschen Bauindustrie, werden bald wieder stark nachgefragt. Die Erklärung liegt auf der Hand: Zur Zeit hat sich die Zahl der Studienanfänger auf niedrigem Niveau stabilisiert, wodurch die Zahl der Absolventen sinkt. Da jährlich junge Bauingenieure gebraucht werden, ist es absehbar, dass die Unternehmen in kurzer Zeit einen erheblichen Bedarf haben werden.

Ein spannender und abwechslungsreicher, aber auch ein zukunftssicherer Beruf, wenn die Ausbildung, wie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, breit angelegt ist. Dies bietet der Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen mit seinen 7 Regelsemestern. Darin enthalten ist im 5. Semester eine praktische Studienphase, in der die Studierende erste Einblicke in das künftige Berufsleben erfahren und die von den späteren Arbeitgebern sehr geschätzt wird. Ab dem 6. Semester - nach einem breit angelegtem Grund- und Hauptstudium – können sich den Studierenden in den Vertiefungsrichtungen Konstruktiver Ingenieurbau, Wasser/Abfall/Verkehr und Bau- und Projektmanagement spezialisieren. Mit dem international anerkannten Abschluss als Bachelor of Engineering stehen den Absolventen Leitungsfunktionen bei Baufirmen, in Ingenieurbüros, in der öffentlichen Verwaltung bei Dienstleistungsunternehmen und bei Projektsteurern oder Generalunternehmern offen.

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