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20 Jahre Praktische Informatik an der HTW

1984 wurde an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW), damals noch der Fachhochschule des Saarlandes, der Studiengang "Praktische Informatik" zum Wintersemester eingeführt. Mit 33 Studierenden begann einer der erfolgreichsten Studiengänge der HTW, gemessen an Bewerber-, Studierenden- und Absolventenzahlen, seine Geschichte (bis auf zwei Studienjahre hatte die Praktische Informatik stets einen Numerus Clausus, d.h. mehr Bewerber als Studienplätze).

Betrachtet man sich heute die Bedeutung der Informatik im Saarland und weltweit, so kann man mit Recht behaupten, dass die Einrichtung des Studienganges sinnvoll und richtig war. Bis heute haben 600 Studierende der Praktischen Informatik ihr Studium erfolgreich abgeschlossen - die Absolventen sind im Saarland und überregional sehr gefragt, da sie in diesem Studiengang anwendungsnah Softwareentwicklung erlernen.

Zur Würdigung der Leistungen des Studienganges veranstaltete die HTW eine Feier, zu der die Professoren und Professorinnen des Studienganges und die Absolventen eingeladen waren. Begrüßt wurden die Anwesenden durch den Rektor der HTW, Prof. Dr. Wolfgang Cornetz. "Das Ereignis, das wir heute feiern," so der Rektor, "markiert den Startpunkt einer Entwicklung, die wesentlich zur Innovation und Profilbildung des ganzen Saarlandes beigetragen hat. Unsere Praktische Informatik ist Teil der Erfolgsgeschichte, die die saarländische Informatik weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und renommiert gemacht hat."

Prof. Dr. Martin Löffler-Mang, Vorsitzender des Fachbereichs Grundlagen, Informatik, Sensortechnik, in den der Studiengang eingebettet ist, würdigte in seiner Begrüßung die Leistungen der Gründungsprofessoren. "Sie waren vor 20 Jahren die geistigen Väter dessen, was wir heute feiern. 600 Absolventen hat der Studiengang bis heute hervorgebracht, Absolventen die über die Republik verteilt in Unternehmen arbeiten oder gar selber welche gegründet haben. Sie sind heute an den Ort Ihrer Ausbildung zurückgekehrt und Sie sind der Beweis, dass das, was vor 20 Jahren gegründet wurde, sinnvoll ist und akzeptiert wird."

Dr. Susanne Reichrath, Staatssekretärin im Kultusministerium, betonte in ihrem Grußwort die Leistungen des Studienganges für das Saarland. "Die HTW ist mit ihren Informatikstudiengängen [neben der Praktischen Informatik bietet die HTW auch die Kommunikationsinformatik und einen deutsch-französischen Studiengang Informatik an] eine Säule im Informatikland Saarland. Sie unterstützt und arrondiert das Cluster."

Staatssekretär Albert Hettrich vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hob die Anwendungsorientierung der HTW hervor. "Innovation hat etwas mit Anwendung zu tun. Die praxis- und anwendungsorientierte Ausrichtung der HTW ist ein wichtiger Faktor für den Strukturwandel," so der Staatssekretär.

Prof. Dr. Helmut Groh, einer der Gründungsprofessoren, blickte in seinem Vortrag auf die letzten 20 Jahre zurück und stellte die Menschen vor, die während dieser Zeit den Studiengang geprägt hatten.

Prof. Dr. Helmut Folz ging in seinem Vortrag auf die inhaltliche Entwicklung der Praktischen Informatik ein. Während 1984 noch der "universelle Informatiker" ausgebildet wurde mit den Schwerpunkten klassische Datenverarbeitung, Anwendungsentwicklung und künstlicher Intelligenz und mit den Programmiersprachen Pascal und Cobol auf der Plattform BS 2000, stellt sich die Praktische Informatik 2004 ganz anders dar: ausgebildet wird der "angewandte Informatiker" mit Schwerpunkten in objektorientierter Programmierung und Software-Technik mit den Programmiersprachen Java und C++ auf den Plattformen Windows XP, Solaris und Linux.

Der Studiengang stehe jetzt, so Folz weiter, vor einer seiner größten Veränderungen. An der Neukonzeption im Zuge der Umstellung des Diplom-Studiengangs auf einen Bachelor-Studiengang Praktische Informatik zum Wintersemester 2005 und einem Master-Studiengang in diesem Bereich zum Wintersemester 2006 wird im Fachbereich intensiv gearbeitet.

Nach der Ehrung der Gründungsinitiatoren wurde das Alumni-Netzwerk des Studiengangs Praktische Informatik aus der Taufe gehoben, dass den Kontakt zwischen der Hochschule und den Absolventen nicht abreisen lassen soll, damit sich beide zukünftig gegenseitig helfen können. Die Alumni können als Ratgeber agieren, qualifizierte Studierende an die Hochschule führen oder Absolvent(inn)en vermitteln. Know-how kann in die Praxis transferiert werden und umgekehrt können Impulse für Forschung und Lehre gewonnen werden.

Der Studiengang

Der Studiengang Praktische Informatik vermittelt wissenschaftlich fundiert aber anwendungsorientiert ein breites fachliches Wissen, umfassende Methodenkompetenz und die für den Einstieg in die berufliche Praxis notwendigen Grundlagen der Informatik. Hauptziele des Studiums sind dabei die Förderung von analytischen und kreativen Fähigkeiten zur Entwicklung von Problemlösungskonzepten, sowie zur Neukonstruktion und Weiterentwicklung von Software-Systemen. Das 8-semestrige Studium der Praktischen Informatik teilt sich in das 2-semestrige Grundstudium, das 4-semestrige Hauptstudium und ? selten in Deutschland ? das Praxisjahr im 4. Studienjahr auf, in dem auch die Diplomarbeit verfasst wird. Die Schwerpunkte des Studiums liegen im Bereich der Programmierausbildung (Objektorientierte Programmierung mit Java ab dem ersten Semester) und der Softwaretechnik (OOA/OOD/ Datenbanken). Spezielle Ausrichtungen sind möglich, beispielsweise in den Bereichen Verteilte Systeme, Visualisierung, E-Business und Umweltinformatik. Dabei wird die Vermittlung der von Unternehmen immer stärker nachgefragten Soft Skills und der Fähigkeit zum interdisziplinären Arbeiten nicht vernachlässigt.

Hintergrund/Zahlen

Start des Studienganges: Wintersemester 1984 mit 33 Studierenden Bis 1994 je ca. 40 Studienanfänger Danach bis 2003 je ca. 60 Studienanfänger 2003 aufgrund einer Kapazitätsreduzierung durch die neuen Studiengänge Kommunikationsinformatik als Bachelor- und Master-Studiengang auf 50 Studienanfänger. Die Praktische Informatik ist seit Jahren ein NC-Fach. Gründungsinitiatoren

Der Studiengang war ursprünglich beheimatet im Fachbereich Grundlagen, Informatik, Kerntechnik, der eine Umbenennung in Fachbereich Grundlagen, Informatik, Strahlenschutz und schließlich in Grundlagen, Informatik, Sensortechnik erfuhr. 1984 waren im Fachbereich folgende Professoren an der Gründung des Studienganges beteiligt:

  • Prof. Dr. Emil Printer
  • Prof. Dr. Wolfgang Riesenkönig
  • Prof. Dr. Arno Schulz
  • Prof. Dr. Josef Leismann
  • Prof. Dr. Norbert Krüger
  • Prof. Dr. Helmut Groh
  • Prof. Dr. Günter Krumbach

V.i.S.d.P. Katja Jung

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