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Unternehmensbesichtigung des 2. Studienjahres DFHI bei kohlpharma

Projekt-Team Katrin Birkenstock, Anne Blocher, Esther Detzen
Prof. Dr. Günter Pochmann, Fachbereich Betriebswirtschaft


Wir - die Studierenden der Betriebswirtschaft im DFHI (4. Semester) - wurden freundlich empfangen von Herrn Hargarter, Mitarbeiter der Organisation, der uns einleitend die Tätigkeiten der verschiedenen Unternehmensbereiche erläuterte.

Die Kohl-Gruppe gliedert sich in vier Bereiche: kohlpharma, assist pharma, assist-heimpflege und 4x7 med.

Wir haben für unsere Unternehmensbesichtigung den Schwerpunkt auf die Arzneimittelimporte der kohlpharma gelegt.

Die Geschäftsidee der kohlpharma ist die Ausnutzung örtlicher Preisdifferenzen (Arbitrage) innerhalb der EU. Preisdifferenzen erklären sich insbesondere durch die regionale Preisdifferenzierung von Seiten der Pharmakonzerne in Rahmen deren Marketingstrategie, aber auch durch unterschiedliche Gesundheitssysteme, unterschiedliche Lohnniveaus, unterschiedliche Besteuerung, usw.

Konkret heißt dies, dass kohlpharma Original-Präparate von Pharmahändlern aus EU-Staaten preisgünstig einkauft und sie dann nach Deutschland importiert. kohlpharma ist mit 60% deutscher Marktführer im Bereich Pharmaimporte. Man unterscheidet dabei Parallel-Importe und Re-Importe:

  • Ein im EU-Ausland ansässiges Unternehmen stellt ein Medikament her, das kohlpharma einkauft, um es in Deutschland weiterzuverkaufen. Man spricht hierbei von Parallel-Importen, da sowohl der Hersteller als auch kohlpharma die Produkte nach Deutschland verbringen.
  • Im Falle des Re-Importes stellt auf einer ersten Stufe ein in Deutschland ansässiger Pharmakonzern ein Medikament her und verkauft es ins EU-Ausland zu den dort jeweils herrschenden Konditionen. kohlpharma kauft in einem zweiten Schritt das Medikament dort beim Großhandel wieder ein und reimportiert es nach Deutschland. 

Bei der anschließenden Besichtigung bekam unsere Exkursionsgruppe einen Einblick in den beeindruckenden logistischen Ablauf am Standort Merzig: vom Eintreffen der Ware aus dem EU-Ausland bis zum Versand an die deutschen Kunden.






Eingang

Produktion

Versand

Rundgang durch den kohlpharma-Betrieb

Im Wareneingang wird angelieferte Ware sortiert, im Warenvorratslager wird sie dann zwischengelagert. In der Produktion werden Beipackzettel und Aufkleber erstellt und bei Bedarf hinzugefügt. Im Verkaufswarenlager werden die Bestellungen automatisch aufgegeben und die Aufträge manuell oder maschinell kommissioniert (zusammengestellt). Die Bestellungen werden dann im Versand verpackt und versandfertig gemacht.

Bemerkenswert war insbesondere der hohe Automatisierungsgrad der Lagerhaltung, der Transporttechnik und der Auftragsbearbeitung.

Durch die Besichtigung der kohlpharma und den dort gewonnenen Einblick ist uns klar geworden, dass die EU trotz Einheitsgedankens noch große Unterschiede auf wirtschaftlichem und politischem Terrain aufweist. In einzelnen Mitgliedsstaaten ist die Gesundheitspolitik völlig verschieden, teilweise auch gegensätzlich, was zu erheblichen Preisdifferenzen bei Arzneimitteln führt. kohlpharma nutzt diese Tatsache für sich und trägt gleichzeitig zur Senkung der Kosten im Pharmawesen in Deutschland bei. Diese Einsparungen werden auf 200 Mio. € p.a. geschätzt.

Für die Zukunft plant die Kohl-Gruppe die Ausweitung des Blistersystems „7x4 med“ auf Frankreich. Dies ließ uns als Studierende eines deutsch-französischen Studiengangs natürlich aufhorchen. Praktikums- und Berufseinstiegsmöglichkeiten stehen uns in diesem Geschäftsfeld offen.


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