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HTW-Online Nr. 60

Artikelaktionen
Ausgabe September 2009

Von der klassischen Lehrinstitution zum modernen Bildungsunternehmen: Strukturreform

Katja Jung, Referentin fĂĽr Presse und Ă–ffentlichkeitsarbeit

Die Hochschule fĂĽr Technik und Wirtschaft des Saarlandes hat in der letzten Dekade eine rasante Entwicklung erfahren. Vieles, was diese Hochschule auszeichnet, hat mit der Lehrinstitution der 70er Jahre nichts mehr gemein – die HTW hat sich zum modernen Bildungsunternehmen gewandelt.

Diese Entwicklung soll in einer mehrteiligen Artikelreihe verdeutlicht werden:

  • Die stille Revolution: Neustrukturierung des akademischen Bereiches an der HTW
  • Strukturreform: Die Pläne der vier Fakultäten
  • Innovation als Alltagsgeschäft: Neue Studiengänge an der HTW
  • HTW forscht. Regional, national und international
  • Wenn Nomaden sesshaft werden: Raumnot, Baupläne und ein Ende der Wanderungen in der HTW

 

Strukturreform: Die Pläne der vier Fakultäten

Wie schätzen die Dekane das Potential ihrer Fakultäten und die Entwicklung der nächsten Zeit ein?


Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen
6 Studiengänge, 15 Professorinnen und Professoren, 540 Studierende

Prof. Heiko Lukas, Dekan der Fakultät, strebt eine sinnvolle Ergänzung beider Disziplinen an, die die Kompetenzen bĂĽndelt. Eine gewisse stellenweise noch vorhandene „ideologische Abschottung“ soll aufgelöst und durch neue Lösungsansätze zu einem nachhaltigen, ressourcenschonenden Energieeinsatz in richtungsweisenden Bauwerken ersetzt werden.

Tradition bei den HTW-Architekten ist es, das Entwickeln von Gebäuden in ein ganzheitliches Entwurfskonzept zu integrieren; gemeinsam mit den Bauingenieuren können solche Planungen gemäß dem aktuellen Stand der Technik in eine konstruktive Struktur umgesetzt werden. Unter dem Stichwort „Intelligentes Bauen“ werden Technik und Architektur, Funktion und Ă„sthetik eine zukunftsweisende Synthese eingehen. Gemeinsame Aufgaben der Zukunft sieht der Dekan unter den Stichwörtern soziale Verantwortung im Bauwesen, Energieeffizenz (z. B. Entwicklung klimagerechter GebäudehĂĽllen, Einsatz ressourcenschonender und nachhaltiger Materialien), städtebauliche Restrukturierung (z. B. „Stadt am Fluss“ in SaarbrĂĽcken) Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Die bestehenden Vertiefungsgebiete der HTW-Architekten, „Bauen im Bestand“ und „Denkmalpflege und Denkmalerhalt“, profitieren bereits jetzt vom Bauingenieur-Input, denn die HTW hat das GlĂĽck, in Prof. Klaus-Dieter Köehler ĂĽber einen Protagonisten zu verfĂĽgen, der sowohl Architekt als auch Bauingenieur ist. So soll gemeinsam die Lehre und Forschung sowie die Weiterbildung entwickelt und an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts angepasst werden.


Fakultät für Ingenieurwissenschaften

18 Studiengänge, 50 Professorinnen und Professoren, 1.680 Studierende

Regional verwurzelt und dennoch ĂĽber den Tellerrand blickend sieht Dekan Prof. Dr. Hans-Joachim Weber die Fakultät fĂĽr Ingenieurwissenschaften. „Wir bilden den größten Teil des Ingenieur- und Informatikernachwuchses aus, der in den Unternehmen der Region benötigt wird. Ăśber Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit Unternehmen in Industrie und Handwerk, aber auch den Technologietransfer ĂĽber die Köpfe der Studierenden und Absolventinnen und Absolventen sind wir fĂĽr viele Unternehmen der Region die Grundlage fĂĽr ihre Wettbewerbsfähigkeit sowohl in der Region, als auch auf dem internationalen Markt.“

Diese Stärken möchte Weber weiter ausbauen und die Verzahnung mit der Wirtschaft intensivieren. Die Qualifikation der Absolventinnen und Absolventen soll im Fokus der Anstrengungen der Fakultät liegen, ebenso sollen die Inhalte der Studiengänge noch mehr auf die Bedürfnisse der Unternehmen ausgerichtet werden. Das Studienangebot selbst sieht Weber in einem ständigen Erweiterungsprozess, damit auf aktuelle Herausforderungen reagiert werden kann.

Auch im Bereich der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung werden die Möglichkeiten der Zusammenarbeit einem noch größeren Kreis von Unternehmen bekannt gemacht werden, um so möglichst allen Firmen und Unternehmen der Region die Möglichkeit zu bieten, sich optimal auf dem Markt zu behaupten.


Fakultät für Sozialwissenschaften

3 Studiengänge, 7 Professorinnen und Professoren, 313 Studierende

"Die neu gegründete Fakultät versammelt verschiedene Disziplinen und Studiengänge unter einem gemeinsamen Dach", so Dekan Prof. Dr. Dieter Filsinger: Die Bachelor-Studiengänge Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit und Management und Expertise im Pflege- und Gesundheitswesen sowie den Master-Studiengang Evaluation (zusammen mit der Universität des Saarlandes). Gemeinsamkeit zwischen den beiden Bereichen Soziale Arbeit und Pflege und Gesundheitswissenschaft ist gestiftet durch eine multidisziplinäre (Forschungs-)Perspektive der Hochschullehrenden mit unterschiedlichem wissenschaftlichem Hintergrund (Erziehungswissenschaft, Gesundheitswissenschaft, Pflegewissenschaft, Psychologie, Soziologie, Sozialpolitik, Volkswirtschaft u. a.) und durch die Tatsache, dass die Studiengänge auf eine professionelle Tätigkeit in Handlungsfeldern des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens vorbereiten, die in vielfältiger Weise miteinander verknüpft sind.

Neue Studiengänge sind in Vorbereitung, u. a. ein berufsbegleitender Bachelor-Studiengang Pädagogik der Kindheit, ein dualer berufsqualifizierender Bachelor-Studiengang in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen, Master-Studiengänge im Bereich Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit und im Bereich Gesundheit und Pflege (mit den Schwerpunkten Rehabilitation und Gerontologie).

Mit Blick auf die Internationalisierung des Studiums, die kĂĽnftig verstärkt werden soll, ist die Kooperation mit der Vrije Universiteit Amsterdam im Rahmen des European Master Gerontology (EuMaG) zu nennen. Dessen Modul „Methoden der Empirischen Forschung“ wird kĂĽnftig an der HTW stattfinden. Eine weitere Kooperation ist mit dem Windesheim Honours College in Zwolle (NL) im Rahmen des dortigen Internationalen Bachelor-Studiengangs „Health and Community Studies“ geplant. Im Bereich „Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit“ erfolgt bereits eine Kooperation mit der Universität Luxemburg und den Schweizer Fachhochschulen Nordwestschweiz und Bern.

Forschungs- und Wissenstransfer hat in der Fakultät eine zentrale Bedeutung. Dazu leisten u. a. das „Institut fĂĽr Gesundheitsforschung und Gesundheitstechnologie (igft)“ mit dem Bereich Gesundheitsmanagement und Pflegeforschung (in Kooperation mit dem Bereich Biomedizinische Technik, Informations- und Kommunikationstechnik), die „Forschungs- und Transferstelle Gesellschaftliche Integration und Migration (G.I.M)“, das Institut fĂĽr Bildungs-, Sozial- und Evaluationsstudien und das Kompetenzzentrum Pädagogik der Kindheit (beide in GrĂĽndung) wesentliche Beiträge. Die Fakultät organisiert in Zusammenarbeit mit dem Institut fĂĽr wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) der HTW Weiterbildungsangebote. Gegenwärtig sind dies „Lebensweltorientierte Gesundheitsförderung im Alter“, „Mediendidaktik und Neue Medien“ und „Krippenpädagogik“. Ferner werden vielfältige wissenschaftliche Dienstleistungen wie z. B. Fortbildung, (Organisations- und Politik-)Beratung, Qualitätsentwicklung, Fachtagungen, (forschungsbasierte) Projektbegleitung angeboten. Das Mentoring-Projekt „Balu und Du“ erbringt nicht nur ehrenamtliche Dienstleistungen, sondern vermittelt auch SchlĂĽsselqualifikationen fĂĽr Studierende (fakultätsĂĽbergreifendes Angebot).

Von der neu gegründeten Fakultät für Sozialwissenschaft ist eine Stärkung der anwendungsbezogenen sozialwissenschaftlichen Forschung zu erwarten, die insbesondere durch den Aufbau eines sozialwissenschaftlichen Kompetenznetzwerks (in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes) unterfüttert wird. Auf diese Weise soll nicht zuletzt wissenschaftliche Expertise für die soziale Entwicklung des Saarlandes bereitgestellt werden.


Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

12 Studiengänge, 30 Professorinnen und Professoren, 1.570 Studierende

Deutschland ist die größte Volkswirtschaft Europas und eine der bedeutendsten Handelsnationen weltweit; unsere Exportprodukte genieĂźen aufgrund ihres hohen technologischen Standards groĂźes Ansehen, und wir Deutsche sind berĂĽhmt fĂĽr unsere grenzĂĽberschreitende Reiselust. All diese Eigenschaften spiegeln sich wider in der neuen Fakultät fĂĽr Wirtschaftswissenschaften, die aus den ehemaligen Fachbereichen Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen auf dem Campus RotenbĂĽhl in SaarbrĂĽcken sowie dem Bachelor-Studiengang Aviation Business – Piloting and Airline Management auf dem Campus Göttelborn hervorgegangen ist. In dieser größeren organisatorischen Einheit lassen sich viele Aufgaben im Rahmen der Hochschulselbstverwaltung besser erfĂĽllen und vorhandene Ressourcen effizienter nutzen.

Die Arbeit an der Fakultät zeichnet sich in Lehre und Forschung durch einen starken Anwendungsbezug aus. Sie ist einerseits über ihre guten Kontakte zu Industrie und Handwerk eng mit der regionalen Wirtschaft verbunden; andererseits weisen viele ihrer Studiengänge eine ausgeprägte internationale Orientierung aus.

"Wir leben in einem sehr komplexen und äußerst dynamischen wirtschaftlichen Umfeld", so Dekan Prof. Dr. Leonhard Firlus, woraus sich die Notwendigkeit zu einer ständigen Anpassung der Inhalte von Lehre und Forschung an die sich ändernden Rahmenbedingungen ergibt. Gleichzeitig eröffnen der demographische Wandel und heterogener werdende Berufsbiographien neue Ansatzpunkte auf dem Markt für Weiterbildungsangebote. Auch diesen Herausforderungen wird sich die Fakultät stellen.

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