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HTW-Online Nr. 40

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Ausgabe Juli 2007

Roberta kriegt sie alle!

SchĂŒlerinnen des Johannes-Kepler-Gymnasiums Lebach lernen programmieren

Katja Jung, Referentin fĂŒr Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

Stellen Sie sich 20 MĂ€dchen vor, die mit Begeisterung einen Roboter programmieren, dabei nicht nur unendlich viel Spaß haben, sondern auch eine Unmenge lernen. Vielleicht ist aber folgender Effekt am wichtigsten: "Ich kann das, obwohl ich es mir vorher nicht zugetraut habe. Ich hĂ€tte mir das schwieriger vorgestellt. Wow, ich kann eine Roboter programmieren!"

Das Geheimnis fĂŒr die Begeisterung und den Erfolg der SchĂŒlerinnen sei vorweg verraten: es ist Roberta. Sie ist ein Lego-Roboter, hat vier RĂ€der und macht ingesamt einen knuffigen Eindruck. Roberta macht ihnen Mut und bringt sie dazu, in die scheinbar schwere und undurchdringliche Materie der Programmierung einzusteigen.

Eigentlich ist Roberta ein fahrbarer Legosteinhaufen. Vier RĂ€der, ein paar Legosteine als AufhĂ€ngung, so etwas wie Stoßstangen an der Vorderseite, zwei große, neugierige Augen. Und doch ist sie mehr, denn Roberta besitzt einen Legostein, ungefĂ€hr zehnmal so groß wie die wohlbekannten kleinen Standard-Bausteine, mit denen Ă€ltere Generationen HĂ€uschen gebaut haben. Dieser Stein, RCX genannt, macht aus dem Legosteinhaufen einen selbstĂ€ndigen Roboter, der, richtige Programmierung vorausgesetzt, in der Lage ist, bestimmte Aufgaben zu lösen. Die kleinen Roboter sind dank der UnterstĂŒtzung des Ministeriums fĂŒr Bildung, Kultur und Wissenschaft mobil geworden. Bisher waren sie auf einen PC-Raum angewiesen, mĂŒssen sie doch programmiert werden. Mit Hilfe des MBKW konnte das Roberta RegioZentrum Laptops kaufen, die den Roberta Kurs unabhĂ€ngig von der PC-Ausstattung des Einsatzortes machen.

Roberta hat Charme, denn sie zieht sofort die interessierten Blicke der SchĂŒlerinnen auf sich. Jeweils zwei erhalten eine Roberta, die noch keine einzige Aufgabe lösen kann. Sie sollen lernen, dem eigentlich "dummen" Legosteinfahrzeug Intelligenz einzuhauchen, ihn zu programmieren.

Der Roboter ist nicht alleine gekommen. Prof. Dr. Martina Lehser, Leiterin des Roberta RegioZentrums und Informatik-Professorin an der HTW, begrĂŒĂŸt die SchĂŒlerinnen. Dipl.-Inf. Marion Bohr leitet den Roberta-Kurs der HTW und hat mit Dipl.-Ing. Michael Sauer und einer studentischen Hilfskraft ein Betreuungsteam mitgebracht, das bei der Lösung aller Fragen der SchĂŒlerinnen wĂ€hrend der Programmierung und der Testphase helfend unter die Arme - oder in diesem Fall auf die Tastatur - greifen kann.

Um 9:30 Uhr stellt Bohr Roberta vor. Zeigt den SchĂŒlerinnen, womit Roberta sehen kann (optischer Sensor), womit sie fĂŒhlen kann (Tastsensor) und, vor allem, wie man ihr klar macht, was sie zu tun hat. Roberta kann musizieren, tanzen und sich schĂŒtteln, eine schwarze Linie erkennen, Hindernissen ausweichen, usw. Man muss ihr nur sagen, wie. DafĂŒr muss man das Problem erst in kleine AblĂ€ufe unterteilen und jede Anweisung im wenn-dann- und solange-bis-Stil einprogrammieren.

Nach einer halben Stunde erklingen die ersten Töne, kurz darauf fĂ€hrt Roberta ein StĂŒckchen vor, um 10:30 Uhr kann sie ĂŒber den Tastsensor Hindernisse erkennen und fĂ€hrt, an der Bande der Platte angekommen, ein StĂŒckchen zurĂŒck, korrigiert die Richtung und fĂ€hrt weiter. Um 11:00 Uhr hat sie "sehen" gelernt und fĂ€hrt, wie eine richtige SaarlĂ€nderin, nicht aus dem Saarland heraus (auf der Roberta-Platte sind die Umrisse des Saarlandes mit einer schwarzen Linie nachgezeichnet, ĂŒber den optischen Sensor erkennt Roberta die Linie und korrigiert ihre Fahrtrichtung,). Um 12:00 Uhr prĂ€sentieren drei SchĂŒlerinnen ihre Leistung des Vormittages und man kann dabei deutlich spĂŒren, wieviel Stolz sie empfinden, weil sie einen Roboter erfolgreich programmiert haben. Und, das ist vielleicht sogar das Wichtigste, sie hatten dabei einen unglaublichen Spaß!

zuletzt verÀndert: 21.04.2011 von Katja Jung
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